Die MiniBigBand -
Warum es sie gibt


von Jürgen Brill

Ich habe die MiniBigBand 1996 gegründet, es gibt sie also, wenn man es genau nimmt seit 11 Jahren.

Warum?

Die Motivation dazu war ebenso einfach wie einleuchtend: ich hatte viele junge Klarinetten-, Blockflöten- und Saxophonschüler, die einfach zu jung waren, um im Musikverein oder einem Jugendorchester mit zu spielen. 6-10 jährige Kinder können sich in solchen Orchestern oft nicht zurechtfinden, weil ihnen einerseits das Alter der Mitspieler und andererseits die gespielte Literatur nicht entspricht. Außerdem sind die meisten Stücke, die man zu kaufen kriegt nicht kindgerecht arrangiert und für eine Besetzung, die das ganze Spektrum einer Musikschule berücksichtigt, ungeeignet. In der MiniBigBand spielen heute ca. 30 Kinder mit. Wir haben Blockflöten, Geigen, Celli, Klarinetten, Querflöten, Melodika, Keyboard, Schlagzeug und Perkussion. Bassklarinette, E-Bass und Gitarre leihen wir uns bei großen Aufführungen aus. Das ist eine Besetzung, für die es keine fertigen Arrangements zu kaufen gibt. Daher habe ich von Anfang an alles selber arrangiert, vieles auch selbst komponiert und getextet.
Aus Rücksicht auf die allerkleinsten Musiker spielen wir wenig lange Instrumentalstücke. Meist sind es Lieder mit Vorspiel, Intros und Nachspiel, die wir aufführen.
Das ist für kleine Kinder übersichtlicher. Und da sich vieles wiederholt, geht es meist relativ schnell, bis wir ein neues Stück spielen können.

Singen

Dabei fungiert die MiniBigBand als Chor und Band gleichzeitig. Auch die Solosängerinnen und Solosänger stammen aus unseren eigenen Reihen und überraschen mich und das Publikum immer wieder mit ihren gesanglichen Fertigkeiten.
Ich lege auf das Singen sehr großen Wert, weil man über das Singen sehr leicht Rhythmen erlernen kann und das melodische Gedächtnis und das melodische Vorstellungsvermögen geschult werden. Kinder, die viel singen, lernen auch schneller und leichter Texte auswendig, was sich mit Sicherheit auch auf die schulischen Leistungen positiv auswirkt.

Auftritte

Die Highlights waren bisher sicherlich unsere Märchenaufführungen "Quadropolis" und "Charlotte und ihre Töne", die für die Kulturwoche der Musikschule im Landkreis St.Wendel entstanden sind.
Aber auch auf Kindergarten- oder Schulfesten, in der Kirche und im Altenheim spielt die MiniBigBand gerne.

Auf den Leib geschrieben

Ganz gleich ob ein Kind fünf Töne auf der Blockflöte spielen kann oder bereits fortgeschritten Klarinette oder Geige spielt: in der MiniBigBand ist für jeden Platz, da ich beim arrangieren und während der Probenarbeit auf alle Gegebenheiten Rücksicht nehmen kann. Hier ist also ein großes Leistungsgefälle kein Hinderungsgrund, sonder eine Herausforderung für den Arrangeur. Die Anfänger lernen von den Fortgeschrittenen, die wiederum den Anfängern helfend zur Hand stehen.
Vieles in meiner Unterrichtstätigkeit dreht sich logischerweise um die MiniBigBand. Sie gibt vielen Kindern die Möglichkeit sehr früh in einem Orchester mit zu spielen und bietet mir einen Raum für ein sinnvolles Unterrichten.

Von Pop bis zur Neuen Musik

Stilistisch schrecken Kinder vor gar nichts zurück. Natürlich ist es toll einen Beatles Titel zu spielen, vor allem, wenn wir vorher den Text selbst auf Deutsch übersetzt haben. Aber sowohl in Quadropolis als auch bei Charlotte hat die Neue Musik etwa bei der "Grautonmusik" (Stück für selbst gebastelte Mini Didgeridoos und Sprechgesang), in dem Gespräch zwischen Vincent und dem Oberwal (Duett zwischen Alt-Flöte und echten Walaufnahmen) oder der Darstellung des "Quasselplaneten" (Stück für Sprechchor) ihren Platz gefunden.
Auch die Marschmusik fand leicht persifliert im "Quadropolianischen Marsch" ihren Einsatz.
Ich finde es wichtig, Kinder Stil übergreifend zu unterrichten, da jede Musikrichtung andere Spieltechniken braucht. Außerdem mag ich es nicht, wenn Menschen nur eine oder zwei Musikrichtungen für gut finden und alles andere engstirnig von sich weisen. Weltoffenheit und Toleranz zeigen sich auch in der Musik, die ja bekanntlich keine Grenzen kennt und eine anerkannte Weltsprache ist. Hier erfüllt die Musikschule einen erzieherischen Auftrag.

Gemeinschaftsprojekt der Musikschule im Landkreis St.Wendel und des Musikvereins "Harmonie" Marpingen

Natürlich kostet ein Projekt wie die MiniBigBand auch Geld. Noten, Kopien, T-Shirts, CD-Produktionen, Probenwochenenden, Freizeitmaßnahmen und auch der Dirigent sind nicht umsonst zu haben. Fahrtkosten und Instrumente bezahlen zum Glück die Eltern.
Alle anderen Kosten teilen sich seit einigen Jahren Musikschule und Musikverein.
Davon profitiert jeder der Beteiligten sowohl finanziell als auch in seiner Öffentlichkeitsarbeit. Die MiniBigBand ist für alle da.
Trotzdem geht es ohne private Sponsoren nicht.
Wer uns unterstützen will, kann dies gerne und zu jeder Zeit in unbegrenzter Höhe tun!!! ;-))



Hallo, ich bin der Jürgen!

Halli und hallo, liebe Freunde der Blasmusik,
mein Name ist Jürgen Brill, Jahrgang 66.

Als kleiner Bub mit 4 Jahren habe ich angefangen, an der Kreismusikschule Musik zu machen und seither nicht mehr damit aufgehört. Zunächst ging ich in Marpingen zur musikalischen Früherziehung, begann schon mit 7 Jahren auf der Es-Klarinette und mit Milchzähnen Klarinette zu spielen. Aber irgendein Gen in mir hat veranlasst, dass ich fast alles, auf dem man einen Ton erzeugen kann in die Hand nehmen musste. Einige Instrumente habe ich gleich wieder verworfen, wie z.B. Posaune: zu groß und zu schwer, hat außerdem keine Klappen, kein Mensch weiß, wie die das hinkriegen! Andere Instrumente sind mir ans Herz gewachsen: Klavier, Gitarre, Saxophon, Blockflöte, Didgeridoo, fast alles wo man draufhaut und es macht "bumm" (Perkussion) und mein absolutes Lieblingsinstrument: die Klarinette! Ach ja fast hätte ich es vergessen: ich hab auch mal Dirigieren gelernt (und war 6 Jahre lang Dirigent des Musikvereins "Harmonie" Marpingen) und singe wie der wilde Bill!
Mein beruflicher Werdegang ist von so vielen Schulen und begonnenen Ausbildungen gezeichnet, dass ich diesen Teil lieber verschweige. Nicht, dass ich so wahnsinnig gerne zur Schule gegangen wäre, es hat einfach eine Zeitlang gedauert, bis mir klar war, dass mich nur zwei Dinge im Leben so interessierten, dass ich sie mein Leben lang und jeden Tag machen wollte:
1. Musik und
2. Mit kleinen und großen Leuten arbeiten.
So habe ich zuerst die Fachoberschule für Sozialwesen besucht, Zivildienst bei der Arbeiterwohlfahrt (Speisen auf Reisen) gemacht, die Erzieherschule begonnen…und dann wurde mir in meiner Saarbrücker WG Wohnung vom Vermieter die Kündigung nahe gelegt, weil ich mittags um drei Klarinette geübt hatte. An diesem Tag sagte ich zu mir: "Jetzt ist Schluss mit dem ganzen Firlefanz, ab sofort mache ich nichts anderes mehr als Musik, Musik, Musik! Meine jetzigen Kollegen Bernd Mathias und Gernot Wirbel haben das unmöglich scheinende geschafft und mich in einem einjährigen Schnellkurs für die Aufnahmeprüfung fit gemacht und so kam es, dass ich in Saarbrücken Musikerziehung im Hauptfach Klarinette beim Solo Klarinettisten des SR Rundfunksinfonieorchesters Dietrich Fritsche studiert habe. Meine Hobbys sind Lesen, mit meinen Kindern Rummy Cup spielen, Laufen, Frühstücken gehen, Kochen und mit der ganzen Familie auf den Sepp Jockels Hof fahren. Ich höre neben allen Arten von Klarinettenmusik und Rolf Zuckowski alles von Jazz bis Klassik, über Beatles, Heinz Rudolf Kunze, Helge Schneider, Jack Johnson bis zu den "Biermösl Blosn". Das Fernsehen spielt keine so große Rolle bei, ich bin aber ein echter Trekki (mit Startrek-Uniform incl. Kommunikator!) und verbringe so viel Zeit wie möglich mit meiner beiden Frauen Anne und Clara und meinen Männern Jacob und Clemens. Ich koche sehr gerne und esse noch viel lieber.
Seit einiger Zeit mache ich auch Tai Chi.
Mein Geld verdiene ich als Lehrer für Klarinette und Saxophon an der Musikschule im Landkreis St.Wendel sowohl im Mutterhaus in St.Wendel, als auch in der Außenstelle Marpingen und in meinem eigenen Musikzimmer. Außerdem habe ich zahlreiche Auftritte mit dem Musik-Comedy Duo Langhals & Dickkopp.
Ich schreibe zu allen Tages- und Nachtzeiten Texte, Gedichte, Märchen und komponiere meine eigene Musiken, sei es für Langhals & Dickkopp, die MiniBigBand oder den Unterricht. Etwas, das mir auch großen Spaß macht ist meine musikalische Arbeit mit geistig behinderten Menschen, dem Dienstagsclub, aus der ich auch sehr viel für mich selbst rausziehen kann.
Ich bin übrigens morgens Hausmann, wenn also mal jemand Rezepte austauschen möchte: kein Thema! Mehr fällt mir jetzt nicht ein.
Ach ja, ich lache gerne.
Bis dann!
Euer Jürgen

Musikschule im Landkreis St. Wendel e. V.


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