Artikel in der Saarbrücker Zeitung
vom 11.03.2008


Verfasser:Von SZ-Mitarbeiter
Gerhard Tröster
                                                 

                                                                                                                                                                 Jürgen Brill (rechts) setzte
                                                            mit seinem Kinder-Orchester                                                             Glanzlichter.
                                                            Foto: atb



Von Prinzen, Teddys und Mut

Das musikalische Märchen "König Hellmut" in St. Wendel uraufgeführt


Wie schafft es ein Prinz, der ein Angsthase ist, ein mutiger König zu werden? In dem modernen musikalischen Märchen "König Hellmut", das am Samstag und Sonntag in der Kapelle des Hospitals aufgeführt wurde, kam die Lösung nicht nur überraschend, sondern war auch einleuchtend.

St. Wendel. Wenn der blöde König Siegmund, der abends noch seinen Teddybären mit ins Bett nimmt, und seine einfältig-dumme Frau Hildegardis ein Kind bekommen, dann kann der Apfel nicht weit vom Stamm fallen. Der König befürchtet das und gibt dem Jungen den passenden Namen. Damit er niemals Dunkelangst bekommt, soll er umgekehrt heißen, nämlich Hell-Mut. "Du bist unser Mann", schallte der erste Song durch die alte Kapelle des Hospitals. Dort wurde am Samstag und Sonntag innerhalb der St. Wendeler Kulturtage das musikalische Märchen "König Hellmut" aufgeführt. Die Mini-Bigband Marpingen und hauptsächlich Kinder der Musikschule im Landkreis waren die Interpreten.
Jürgen Brill hatte sich als Komponist nicht nur moderne, eingängige Melodien einfallen lassen, wie sie die Kinder lieben. Auch der Märchentext, den er zwischen den Darbietungen Stück für Stück vorträgt, bietet dem Publikum einen fesselnden, zauberhaften Ablauf. An vielen Haltepunkten der Erzählung setzt das Orchester ein, heben Kinder als Gesangssolisten markante Handlungsabschnitte hervor und steigern so die Spannung, was aus diesem Hellmut wohl werden wird.
Der junge Prinz ist ein guter Schüler, ein weniger guter Sportler, allerdings ein Schwarm der Frauen. "Ein wahrer Held", wie es der Song ausdrückt. Aber dann kommt ein Knick in sein Leben. Dieser Knick heißt Gespenst. Es schwebt nachts in sein Zimmer und macht ihm Angst. Der "helle Mut" ist dahin. Mit allen Mitteln versucht der Prinz, das Gespenst los zu werden. Die Situation scheint ausweglos zu sein. Hellmut zweifelt, ob das alles Traum oder Wirklichkeit ist.
In diesem Abschnitt des Märchens setzt das Orchester Glanzlichter. Die Instrumente zaubern gespenstische Effekte und schrille Disharmonien hervor. Sprechgesänge dramatisieren die Szenen. Da bleibt Hellmut nur noch das Beten ("Lieber Gott, lass mir Flügel wachsen"). Der Doktor des Königshauses schaltet sich ein. Er verabreicht Hellmut einen Zaubertrank, damit er mutiger wird. Zwar hat der Prinz danach mehr Mut, dafür aber eine krumme Nase, Elefantenohren und Hexenfinger. Schließlich sucht er sein Heil in einer Reise in den Süden und verliebt sich in Sophia. Wie ein echtes Liebeslied erklingt "Ein kleines Lächeln" - und sein Leben scheint wieder heil zu sein. Zuhause aber wartet das Gespenst. Dann kommt das unerwartete Happyend: Der Prinz macht das Gespenst zu seinem Freund, das seinerseits versichert: "Ich passe immer auf dich auf." Hellmut hat wieder Mut gefasst, wird König und schreibt in sein Tagebuch: "Wenn ich mutig bin, dann sage ich, wovor ich Angst habe." Das könnte auch ein Rezept für die Menschen von heute sein.
Brill ist mit seiner Komposition "König Hellmut" nicht nur ein sehr ansprechendes, sondern auch ein gehaltvolles und lehrreiches Musikmärchen geglückt.
Den jungen Orchestermitgliedern merkte man bei den Aufführungen die Freude am Musizieren an. Besetzt war der Klangkörper mit elf verschiedenen Instrumenten: Geige, Querflöte, Blockflöte, Klarinette, Saxophon, Cello, Keyboard, Schlagzeug, Bass, Gitarre und Percussion.

"Wenn ich mutig bin" - dann wage ich mich an ein solches Stück. Jürgen Brills Mut hat sich gelohnt.

Marpinger Nachrichten


Neues Märchen „Das Licht des Meisters“
war ein voller Erfolg
Es ist geschafft!!!


Der Meister Martin Mathias sprach: „Es werde Licht!“, und es ward Licht in der Kapelle der Musikschule in St.Wendel.
Nach Monatelanger Vorbereitung fand am letzten Wochenende endlich die lang ersehnte Premiere unseres neuen Märchens statt.
In diesem Jahr wurde uns die Ehre zuteil die 8 Kulturwoche der Musikschule im Landkreis St.Wendel zu eröffnen. Zahlreiche geladene Gäste aus der Politik, Kultur und Gesellschaft des Landkreises WND, Eltern und Kinder (Hallo Leo!!!) wurden in der Kapelle des Hospitals im Gebäude der Musikschule Zeugen zweier hervorragender Abende.
Die Kinder und Teenies haben einmal mehr bewiesen, dass man etwas erreichen kann, wenn man diszipliniert und mit Spaß an die Arbeit geht.
Auf solche Kinder und diese Leistung kann man zurecht stolz sein und auch ihr könnt stolz sein auf euren Erfolg. Zwei ausverkaufte Vorstellungen und der lang anhaltende Schlussapplaus des Publikums sprechen für sich.

Danke an:

-Martin, den besten Meister aller Zeiten!!!
-alle Eltern für eure Unterstützung in jeder Hinsicht (Fahrdienste, Kuchen, Laugenschnecken, Wasser, E-mails lesen und verstehen ; )
-Andrea fürs Filmen
-Sabine fürs Fotographieren
-Peter fürs Schreiben der Schlagzeugstimmen
-Anne und Anne für das freundliche managen der Besucherströme
-Christin fürs Helfen beim Stühle aufstellen und Platzkarten basteln
- und natürlich an das gesamte Kulturwochenteam dafür, dass ihr einen solchen Riesenevent überhaupt möglich macht!!!

Aber vor allem geht mein Dank an:

-alle Kinder für euren Fleiß, eure Disziplin, eure Geduld mit mir, wenn ich mal nervös war und eure strahlenden Gesichter nach den Vorstellungen (die sind übrigens einer der Hauptgründe, warum ich das mache!!! : )

Jürgen

Musikschule im Landkreis St. Wendel e. V.


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